520

Waisenkind Diana

Waisen
Ukraine

„Werdet ihr wieder kommen?“ fragt die kleine Diana (4 J.) mit zitternder Stimme, als die Mitarbeiter des Freundeskreises das Haus, wo sie mit ihrer Oma wohnt, verlassen wollen. Anfangs war sie kaum ansprechbar und versteckte sich hinter ihrer Oma. Die traumatischen Erlebnisse haben schreckliche Folgen in ihrem Leben hinterlassen. Die Oma erzählte uns unter Tränen von dem was sie erlebten.   

Es dämmerte bereits, als die kleine Diana mit ihren Eltern und der Oma väterlicherseits, unterwegs aus der Stadt Charzisk waren. Die brenzlige Lage im gesamten Gebiet drängte die Familie aus der Stadt zu fliehen. Plötzlich sahen sie, wie ein Panzer auf sie zu rollte. Die kleine Diana kann sich noch gut daran erinnern, dass sie zu ihrer Mutter sagte: „Mama guck mal, da fährt ein großes Schiff auf der Straße!“ Plötzlich knallte es und wurde sehr hell, wie ein Blitz aus dem Himmel. Die große Wucht warf das Auto einige Meter von der Straße. Ab diesem Moment kann Diana sich an nichts mehr erinnern. Später berichteten Augenzeugen, dass das Auto vom Panzer getroffen wurde. Es ist ein großes Wunder, dass das kleine Mädchen am Leben blieb. Alle anderen Insassen, (Vater, Mutter, ihre Schwester und Oma) kamen dabei ums Leben.  

Das kleine Mädchen ist sehr ängstlich und scheut jedem, der sich ihr nähert. Bei unserem Besuch verging erst einige Zeit, bis sie sich wagte, das Weihnachtspäckchen aus Deutschland anzunehmen. Ihre linke Hand kann sie, wegen zersplitterter Knochen, nicht mehr hochheben. Gleich nach ihrer Rettung bekam das Mädchen eine Operation, doch wegen mangelhafter ärztlicher Betreuung, wurde in diesem Fall nichts weiter unternommen. Die ungläubige Oma bedankte sich herzlich für die Hilfe und bat uns, für sie und die kleine Diana zu beten.

Nachtrag vom 27.05.2015:

Seit dem Panzerangriff, bei dem die ganze Familie (Vater, Mutter, Schwester und Oma) der kleinen Diana ums Leben kam und sie selbst durch lauter Wunder am Leben blieb (Bericht: Freundeskreisausgabe 40), lebt sie als Waisenkind bei ihrer Oma väterlicherseits in der Stadt Charzisk (Gebiet Donezk). Sie wurde nun schon mehrmals von den Mitarbeitern des Hilfskomitees besucht. Jedes Mal schenkt sie den Gästen aus Deutschland mehr Vertrauen. Nach ihren schrecklichen Erlebnissen war sie zutiefst traumatisiert und sehr ängstlich. Oft weinte sie sogar im Schlaf und fand keine Ruhe. Durch viele Gebete, die für die kleine Diana emporgestiegen sind, kann man nun beobachten, wie sich ihr Verhalten inzwischen verändert hat. Sie freute sich riesig über die Geschenke aus Deutschland. Jeden Sonntag besucht sie jetzt mit ihrer Oma die Gottesdienste. Dort hat sie Freunde in ihrem Alter gefunden, mit denen sie gerne spielt. Ungeduldig wartet sie jedes Mal bis zum nächsten Sonntag, kindlich betet sie das Gebet „Vaterunser“, in der Hoffnung, dass der schreckliche Krieg bald zu Ende geht.

Bitte betet für die kleine Diana und ihre Oma. Leider ist es uns bis heute noch nicht gelungen, die kleine Diana zu einer ärztlichen Untersuchung nach Deutschland zu bringen. Sie besitzt immer noch keinen Reisepass, was die Einreise unmöglich macht.

Nachtrag vom 10.12.2015:

Die kleine Diana freut sich sehr über den Besuch. Mittlerweile kennt sie Bruder Ruslan gut, der nun schon mehrmals zu ihr kam und Geschenke aus Deutschland mitbrachte. Die Lage in der Ost-Ukraine will sich leider nicht beruhigen. Deshalb gab es noch keine Möglichkeit, Diana so wie es geplant war nach Deutschland zu Untersuchungen und anschließenden Operationen zu bringen. Das Problem ist, dass die Menschen, die heute in den neuen selbsternannten Republiken wohnen und von allen Seiten eingekesselt sind, große Schwierigkeiten haben, ein- und auszureisen. Noch problematischer ist es, die nötigen Dokumente zu bekommen.

Bitte betet für dieses Anliegen, dass die kleine Diana mit ihrer Oma die Möglichkeit bekommt, nach Deutschland einzureisen.

Projekt

520

Menü