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Flüchtlinge in Armenien (Berg-Karabach)

Notleidende
Armenien

Armenien (Berg–Karabach): Wir leben in einer Zeit der Unruhe. Zu Seiner Zeit warnte Jesus Christus und sagte: „Wenn ihr aber von Kriegen und Kriegsgeschrei hören werdet, so erschreckt nicht; denn es muss geschehen…“. (Mark. 13,7)

In dem umschriebenen Gebiet Armeniens (Berg-Karabach) wo vor zwanzig Jahren ein blutiger Krieg tobte, wodurch tausende Menschen ums Leben kamen, ist es jetzt nach einer längeren Stille, erneut zu kriegerischen Auseinandersetzungen gekommen. Plötzlich explodieren Bomben, wieder sterben unschuldige Menschen und man hört Geschrei und die Klagen um die Toten.

Die Glaubensgeschwister aus der Grenzstadt Martakert (nur 3 km von der Frontlinie entfernt), wurden in der Nacht des 05.04.2016 durch ein schreckliches Knallen aus dem Schlaf gerissen. In großer Eile mussten sie ihre Häuser verlassen, um sich in Schutz zu bringen.

Am Telefon erzählte uns der Bruder Gagik Mirsojan, Ältester der Gemeinde in Martakert, folgendes: „In der Nacht nach dem Beginn des Beschusses, wurden alle Glaubensgeschwister sofort evakuiert. Es waren insgesamt 30 Seelen, die nach Jerewan und Armawir gebracht wurden, um den Krieg bei den Glaubensgeschwistern zu überleben. Derzeit sind in der Stadt Martakert keine Bewohner geblieben. Die kleine Stadt ist wüst und leer und wird von den Militäreinheiten kontrolliert. Gott sei Dank ist niemand von den Gläubigen verletzt oder zu Tode gekommen. Ebenso blieben auch die Häuser der Geschwister unversehrt, obwohl einige Nachbarhäuser von Granaten getroffen wurden. Wir haben Sorgen um unser Vieh. Beim Wegfahren ließen wir die Scheunentüren offen und das Vieh frei.“

Er fügte hinzu, dass alle Männer, die in diesem Gebiet leben, das Kriegsgebiet nicht verlassen dürfen. Die Aufgabe dieser Männer ist es, die Soldaten mit Lebensmittel zu versorgen. Trotz allen Ängsten teilte er uns freudig mit, dass die Soldaten bereit sind, das Wort Gottes zu hören und bat uns für sie alle in dieser schwierigen Lage zu beten. Im Gespräch mit dem Bruder waren im Hintergrund Dröhnen und Explosionen zu hören.

Obwohl die Menschen in Armenien sehr bescheiden leben (100 000 Dram = 200 Euro, so groß ist der Lohn bei einem guten Verdiener), haben die Glaubensgeschwister vor Ort, die selbst kinderreiche Familien haben und in kleinen Wohnungen leben, ihre Häuser für die Flüchtlinge geöffnet. Eine Familie die selbst 10 Kinder hat, schlachtete in ihrer Großzügigkeit ihre einzige Kuh, die ihr ganzes Vermögen bedeutet, um die Flüchtlinge mit Fleisch zu versorgen.

Als diese Nachrichten das Hilfskomitee erreichten, wurde sofort eine Fahrt nach Armenien unternommen, um den Flüchtlingen Unterstützung zu bringen. Das Ziel war, mit der Humanitären Hilfe den Flüchtlingen Mut und Trost zuzusprechen und mehr Informationen über die Lage zu bekommen. Das Vorhaben ins Kriegsgebiet nach Nagorni Karabach zu fahren, um dort unsere Brüder zu besuchen, scheiterte. Bitte betet für unsere Glaubensgeschwister in Armenien.

Projekt 774
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